Wie für viele Unternehmen, war das Jahr 2021 auch für uns an der Akademie der Ruhr-Universität wieder ein Ausnahmejahr. Viele Entwicklungen, die mit dem Beginn der Corona-Pandemie 2020 ihren Anfang genommen hatten, fanden 2021 ihre Fortführung. Durch das Angebot von Online-Kursen konnten wir unseren Wirkungskreis vergrößern und Teilnehmende aus allen Erdteilen begrüßen. In den Zertifikatskursen waren endlich auch Treffen vor Ort in Bochum möglich und viele Gruppen, die sich bisher ausschließlich von Bildschirmen kannten, saßen sich nun in der Kaffeepause leibhaftig gegenüber.

Die Einreisebestimmungen machten internationale Summer Schools mit Ausflügen an die Walzstraßen von Thyssen Krupp oder in das Bochumer Bermudadreieck leider unmöglich. Zum Glück fanden sich aber auch in unseren Online Summer Schools Freunde fürs Leben. Durch die geknüpften Kontakte konnten das ein oder andere Praktikum gefunden werden. Einige der Studierenden werden nach der Pandemie also die Chance haben, ihr erlerntes Wissen in Deutschland anzuwenden.

Internationale Teilnehmende aus der ganzen Welt konnten wir auch mit unseren Kursen für humanitäre HelferInnen gewinnen, die im Rahmen der neu gegründeten academy for humanitarian action wichtige Grundlagen und Methoden für die sichere und nachhaltige humanitäre Hilfe erlernen konnten. Neben Grundlagenseminaren wurden auch so spezielle Angebote, wie das Basissicherheitstraining, oder der Umgang mit rechtlichen Fragen, sowie z.B. die Vorbereitung auf Wetterextreme durch den Klimawandel durchgeführt. Mit über 500 Teilnehmenden im ersten Jahr kann die aha auf einen mehr als erfolgreiches 2021 zurückblicken.

Angesichts der aktuellen humanitären Krise durch den Krieg in der Ukraine erlebt die Bundesrepublik erneut eine große Anzahl an geflüchteten Menschen, die in unserem Land Schutz und Obdach suchen, aber auch auf eine Schulbildung ihrer Kinder angewiesen sind. Daher freuen wir uns, dass wir unsere Kurse für Lehrkräfte, insbesondere für sprachsensiblen Unterricht und Deutsch als Fremdsprache im Jahr 2021 ausbauen konnten. Schulen sind nun in der Lage mithilfe des Konzepts des Schulsiegels, ein Kontingent an Weiterbildungen für ihre Lehrkräfte zu buchen, die diese dann nach Bedarf besuchen. Immer mehr Schulen im Einzugsgebiet sehen den Vorteil, einerseits das Know-How und anderseits das Prädikat einer sprachsensiblen Schule zu tragen.

Forschungsprojekte in 2021

Die Pandemie verhalf neuen Lernformaten (in der Akademie z.B. Web-Based Trainings, wie BIM Basis oder Six Sigma White Belt), zu größerer Akzeptanz und Beliebtheit. Wir alle schätzen das flexible Lernen zu Hause oder im Büro, zu unseren Konditionen und Zeiten, mehr denn je. Im Rahmen unseres Forschungsprojektes WILLEN erforscht die Akademie gemeinsam mit diversen Lehrstühlen der RUB, wie hybrides Lernen besonders effizient wird. Im Jahr 2021 konnten durch von uns durchgeführten Feldstudien viele neue Erkenntnisse gewonnen werden, wie hybride Lernformate adaptiv auf die einzelnen Lernenden abgestimmt werden können. Dieser Bereich der Weiterbildung wird insbesondere durch die Flexibilisierung der Arbeitswelten und den bereits spürbaren Fachkräftemangel noch an Bedeutung gewinnen und wir freuen uns, dass wir an dieser zentralen Forschung teilhaben. (Auch derzeit suchen wir wieder ProbandInnen, die im Rahmen des Forschungsprojektes kostenlos an einer Six Sigma Green Belt Hybrid Ausbildung teilnehmen können. Hier gibt es mehr Informationen dazu.)

Wir intensivieren unsere Forschungsbemühungen im Bereich der hybriden Weiterbildung mit einem weiteren Projekt, das 2021 durchgestartet ist: KAINE erforscht, wie der Einsatz von digitaler Unterstützung, wie z.B. Chatbots dabei helfen kann, die digitale Lehre adaptiver zu gestalten und den Bedürfnissen der einzelnen Teilnehmenden zu entsprechen. Gemeinsam mit Kooperationspartnern wie der IG Metall oder auch dem deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz e.V. wird angestrebt, langfrisitig die didaktische Qualität von internetbasierten Lernplattformen zu verbessern und deren Akzeptanz weiter zu erhöhen.

Endlich konnten wir im Jahr 2021 auch Kurse in unseren neuen Schulungsräumen durchführen. Im Sommer erlaubten es die Inzidenzzahlen der Pandemie, dass wir unsere Teilnehmenden wieder vor Ort begrüßen konnten. Neben den hellen, großen Seminarräumen des ehemaligen Opel-Verwaltungsgebäudes haben Gruppen zahlreiche kleine und gemütliche Rückzugsmöglichkeiten, um sich für Arbeitsaufgaben zu konzentrieren. Unsere Coffee-Lounge bietet einen angenehmen Pausenraum für die so vermissten Gespräche „zwischendurch“.

Wir freuen uns auch im laufenden Jahr auf viele neue spannende Seminare vor Ort und digital.