„Was bedeutet das eigentlich, wenn Du eine bestimme Summe an Kapital an Bord nehmen möchtest? Und was bedeutet das, über die verschiedenen Finanzierungsrunden zu gehen? Was bedeutet das für den Aufbau Deines Unternehmens?“

 

Nils Beckmann ist einer unserer Dozierenden des Workshops „How to Pitch“. Gemeinsam mit Moira Marklewitz hat er das Unternehmen Pitch & Grow gegründet und hilft Start-ups in den ersten Phasen der Organisation und Finanzierung. In einem Interview erzählt er Euch mehr.

 

 

Was ist Pitch & Grow und wie ist Eure Unternehmensgeschichte?

„Pitch & Grow ist 2017 entstanden. Meine Co-Founderin Moira Marklewitz und ich haben angefangen mit Start Ups zu arbeiten und uns angeguckt, wie das eigentlich mit dem pitchen funktioniert. Das heißt, wir haben geschaut, wie die angehenden Gründer:innen das machen und wie das bei den Leuten ankommt, die sich die Pitches ansehen und anhören. Wir haben Investor:innen interviewt, Start-ups interviewt, also möglichst viele Player in diesem ganzen Feld befragt. Dann haben wir angefangen Methoden zu entwickeln, wie man einen Pitch aufbaut und worauf es ankommt: Welche Fragen werden an welche Folie aus diesem Pitch-Deck gestellt?

Daraus ist dann unsere Firma erwachsen, mit der wir Start-ups insbesondere über dieses Tool des Pitch-Decks dabei unterstützen Business-Development zu betreiben, also das eigene Geschäftsmodell zu entwickeln, sich die strategischen Fragen zu stellen, sich für Finanzierungsrunden vorzubereiten und vor Investor:innen zu pitchen. Alles was dazugehört. Und über den Pitch wird ja auch verkauft, das heißt also, wir unterstützen Start-ups auch im B2B-Sale. Das ist quasi das, was wir tagtäglich machen.

Unser Schwerpunkt liegt dabei auf Gründung aus dem akademischen Kontext. Da ist es besonders spannend, was die Teams machen, weil sie erklärungswürdige Produkte haben. Richtig spannend wird es, wenn Du ein Start-up hast, was mit seiner Lösung über den Stand der Technik hinausgeht. Also wenn es wirklich um etwas Innovatives geht im Sinne von, da haben sich Leute hingesetzt und Master- bzw. Doktorarbeiten darüber geschrieben. Die sind dann so tief drin, da helfen wir, genau diese Strukturen zu machen.

Pitch & Grow ist jetzt meine dritte Firma, die ich gegründet habe. Und ich habe mich noch an ein paar Sachen beteiligt. Das heißt wir bringen auch immer die unternehmerische Perspektive mit rein. Das ist wichtig, weil Du natürlich auf der einen Seite immer schöne Sachen auf ein Pitch-Deck schreiben kannst, aber was bedeutet das eigentlich, wenn Du eine bestimme Summe an Kapital an Bord nehmen möchtest? Was bedeutet das eigentlich über die verschiedenen Finanzierungsrunden zu gehen? Was bedeutet das für den Aufbau deines Unternehmens? Und wenn wir merken, das in diesen Fragen noch nicht genug Klarheit herrscht, dann arbeiten wir daran. Damit am Ende – und das ist ja immer das Ziel – genau diese Fragen auch in einem Pitch-Deck eindeutig beantwortet sind.“

Wie habt Ihr Eure Expertise in diesem Bereich aufgebaut?

„Vor 11 Jahren habe ich mich selbstständig gemacht (da war ich auch noch im Studium) und habe angefangen, meine eigene Dienstleistung zu verkaufen. Dann habe ich zwei Firmen gegründet, eine ist nichts geworden, eine gibt es heute noch. Und da haben wir uns natürlich auch um solche Sachen wie die Finanzierung und so weiter gekümmert. Wir haben vor allem viel mit Start-ups gearbeitet und 2019 war die erste erfolgreiche Finanzierung, die wir begleitet haben. Das haben wir seitdem immer wieder gemacht. Das heißt, wir kennen die Situation, aus der Innenperspektive, aus der Außenperspektive und aus der Investor:innenperspektive.

Wir haben schon viele Sachen gemacht und dementsprechend auch die eigenen Erfahrungen nochmal validieren müssen. Es kann ja immer sein, dass etwas bei uns total anders gelaufen ist. Deswegen haben wir viel Kontakt zu den Leuten gesucht, die das auch als ihren Job machen. Die haben immer spannende Einblicke. Und wir haben vor allem mit einem wissenschaftlichen Ansatz geguckt, wie verschiedene Leute pitchen. Was machen die? Was funktioniert? Und was funktioniert eben auch nicht? Welche Muster treten immer wieder auf? Welche von diesen Mustern sind hilfreich und welche nicht? Wir haben also nicht versucht aus dem eigenen Saft heraus irgendwas zu machen, sondern auch die Validierungen unserer Annahmen vorzunehmen. Das hat natürlich ein bisschen gedauert, aber hat sich am Ende des Tages sehr gelohnt.“

Bekommt Ihr mit, wenn die Start-ups, die Ihr begleitet habt, erfolgreich werden? Und fühlt Ihr Euch dann auch ein bisschen stolz?

„Ja, auf jeden Fall. Das kann ich bestätigen. Ganz häufig ist es auch so, dass die Start-ups nochmal später auf uns zurückkommen. Wir hatten das mit einem Team, die haben eine Finanzierung eingesammelt und sind wieder auf uns zugekommen: „Hey, wir müssen jetzt raus in den Vertrieb an Unternehmen, könnt Ihr uns helfen?“. Dann haben wir das gemacht und haben mit ihnen die Termine vorbereitet, teilweise sogar Termine mit zusammen durchgeführt. Auch als sie ihr Sales-Team aufgestellt haben, haben wir sie unterstützt.

Du hast ja ganz häufig die Situation als Gründer:in, dass Du Dich ja gar nicht in allen Belangen auskennen kannst. Und wenn Du – das ist die Standardsituation – noch niemanden hast, der an Unternehmen eine Software verkauft hat, da können wir dann auch nochmal helfen. Das heißt, da gibt es immer wieder so Touchpoints. Natürlich freuen wir uns, wenn die Teams da erfolgreich sind. Dann können wir sagen: Das Team hat eine Finanzierung gesucht, wir haben geholfen und jetzt sind sie finanziert. Das macht sehr, sehr viel Spaß.“

 

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