Humanitäre Hilfe

Nach Ende des Kalten Krieges 1991 weckte in vielen Menschen die Hoffnung, dass nun ein Zeitalter der Demokratie und des Friedens einkehren werde. Doch nach dem Bosnienkrieg, expandierenden Terrorregimen, einem übergriffigem China und dem russischen Krieg gegen die Ukraine kann davon kaum noch die Rede sein. Hinzu kommen Naturkatastrophen, wie Erdbeben, Tsunamis und Hitzeperioden, die uns immer wieder aufs Neue erschüttern. Das hat zur Folge, dass die Anzahl der Menschen, die humanitäre Hilfe benötigen, sich in den vergangenen Jahren mehr als verdoppelt hat. Gemeinsam mit der Aktion Deutschland Hilft, dem Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht (IFHV) und dem Kompetenzzentrum Humanitäre Hilfe der Fachhochschule Münster gründete die Akademie der Ruhr-Universität im Herbst 2020 die „Academy for Humanitarian Action“ (kurz: aha).

Academy for Humanitarian Action

Auch wenn in aha das Wort Academy steckt, handelt es sich nicht um eine Hochschule, sondern aha verzahnt Forschung sondern verzahnt und Praxis. Wie sieht das aus?
Sie kennen bestimmt die Bilder aus den Katastrophengebieten. Dort leisten Menschen von unterschiedlichsten Hilfsorganisationen Unterstützung vor Ort. Haben Sie sich schon einmal gefragt, woher diese Menschen wissen was wie wo zu tun ist? Genau hier kommt die aha ins Spiel.

Die Academy for Humanitarian Action unterstützt verschiedene Organisationen bei ihrer täglichen Arbeit, indem sie deren Mitarbeiter:innen darin schult, wie neue Herausforderungen anzugehen sind. Darüber hinaus soll die Qualität der täglichen Arbeit verbessert sowie die Standards für alle Beteiligten weiter angehoben werden. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden viele Programme entwickelt, die teilweise vom Auswärtigen Amt unterstützt werden.

Das aha Programm

Eine Stärke der Academy ist es, dass sie alle Teilnehmenden bei null abholt. Extra für die Neulinge gibt es Einführungsveranstaltungen, die grundlegendes Wissen zu den unterschiedlichsten Bereichen vermitteln. Darüber hinaus bietet die aha Veranstaltungen an, bei denen eine gewissen Berufserfahrung von Vorteil ist. In einem anschaulichen Überblick sehen Sie alle Programme hier.

Humanitäre Hilfe für Neulinge

Die Phasen der einzelnen Projekte werden in einem Programm namens „MEAL“ vermittelt. Das steht für Monitoring, Evaluation, Accountability sowie Learning und fasst die Arbeit ziemlich gut zusammen. Hier wird die tägliche Arbeit, das Planen und Durchführen von Projekten vermittelt. Ergänzt wird es durch das Sphere Training. Dabei geht es um die Grundprinzipien der humanitären Hilfe vor Ort, also die Hygiene, Nahrungsversorgung, Siedlungen sowie die allgemeine Gesundheit. Dabei ist es besonders wichtig vulnerable Gruppen zu identifizieren. Das sind vor allem ältere und kranke sowie behinderte Menschen, die dadurch einem höheren Risiko ausgesetzt sind. Wie diese inklusive Katastrophenhilfe arbeitet, erlernen Sie in einem weiteren Programm.

Natürlich steht die Sicherheit in der humanitären Hilfe an oberster Stelle. Um diese zu gewährleisten gibt es ein Basis-Sicherheitstraining, was sowohl Prävention und Deeskalation als auch den Umgang mit Stress behandelt. Der eigene Schutz steht natürlich an erster Stelle, doch übernimmt man vor Ort auch Verantwortung. Unter dem Begriff „Protection Mainstreaming“ wird vermittelt, wie die Schutzprinzipien in sämtlichen Phasen der Arbeit eingehalten werden sollen.

Unterstützend hierzu wirkt ein neues Online-Format, in dem die aha Ihnen unterschiedliche Informations- und Koordinationsformate erklärt. Dabei werden die Grenzen, Möglichkeiten und Schwierigkeiten der humanitären Hilfe deutlich. Ziel ist es, diesen Sektor und mediale Formen in diesem besser kennenzulernen.

Humanitäre Hilfe für Fortgeschrittene

Ein Programm für Erfahrene führt Sie beispielsweise in die Arbeit mit QGIS ein, bei dem Sie lernen Karten in ihrem beruflichen Alltag zu nutzen. Vor allem die Analyse und Verwertung von Daten stehen hierbei im Vordergrund und werden in wohl jeder Berufssituation behilflich sein. Gleiches gilt für das Erlernen des Verhandelns. Die humanitäre Hilfe führt jeden Beteiligten wohl an den Punkt, an dem er oder sie verhandeln muss. Damit Sie darauf vorbereitet sind, gibt es hierfür einen separaten Kurs.

Die Kernelemente der Arbeit vor Ort werden Ihnen in einem Programm beigebracht, welches sowohl auf lokale als auch auf Selbsthilfe setzt. Hierbei geht es auch um lokale Gegebenheiten und das Leiten einer Gemeinschaft. Sie leiten die Gemeinschaften an und zeigen ihnen, wie diese sich langfristig selbst helfen können. Hinzu kommen neue Methoden, die Sie selbst in Ihrer Organisation einbringen können.

Darüber hinaus lernen Sie in einem Programm, wie sich die humanitäre Hilfe weiterentwickeln kann. Wo ist weiterer Entwicklungsbedarf, wie können neue Partnerschaftsmodelle aussehen und welche institutionellen Veränderungen sind nötig, um die Entwicklungspolitik weiter zu entwickeln. Diesen und weiteren Fragen der Zukunft gehen Sie in dem Programm „Transforming Partnerships – Veränderung von Partnerschaftsmodellen“ nach.

Humanitäre Hilfe mit Ihnen

Sie merken, humanitäre Hilfe ist ganz nah bei Ihnen und Sie können sich ganz einfach engagieren, denn die aha möchte möglichst viele Menschen bei der Ausübung von humanitärer Hilfe unterstützen. Melden Sie sich an oder erzählen Sie Freunden von der Academy for Humanitarian Action und werden Sie so aktiv. Wir von der Akademie tun unser möglichstes und wirken unterstützend. Das heißt wir übernehmen die logistischen und administrativen Planungen und setzen die Seminare und Zertifikatskurse um. Wir freuen uns Sie ebenfalls bald willkommen zu heißen. Menschen, die sich für humanitäre Hilfe einsetzen, helfen den Traum von 1991 weiterleben zu lassen. Helfen auch Sie.