Eine BIM-Manager*in hat tiefgreifende Kenntnisse über die BIM-Technologie, -Kommunikation, Projektanforderung und -Verantwortlichkeiten.

In unserer neuen Reihe Was macht eigentlich … ? stellen wir Ihnen regelmäßig Berufe und Funktionen aus der digitalen Arbeitswelt vor. Dieses Mal erklären wir Ihnen, was eine BIM-Managerin bzw. eine BIM-Manager für Aufgaben hat und welche Kompetenzen er benötigt.

Was ist die Aufgabe einer BIM-Manager*in?

Als BIM-Manager*in beherrschen Sie die organisatorischen und technischen Aufgaben, um die Prozesse im Sinne des Unternehmens oder Auftraggebers zu steuern und umzusetzen. So treiben Sie als Netzwerker*in und Macher*in die Implementierung im Projekt oder Unternehmen voran und beschleunigen die Weiterentwicklung der BIM-Methode innerhalb Ihres Unternehmens. Denn eine BIM-Manager*in kennt die wesentlichen Grundsätze von BIM und kann BIM erfolgreich im Unternehmen einführen und weiter etablieren. Zu Ihren Aufgaben gehört es Standards zu etablieren, Vorlagen und Bibliotheken zu erstellen, zu dokumentieren und zu steuern um die unternehmerischen und projektbezogenen Ziele und Auftraggeber-Anforderungen zu erfüllen.

Welche Kompetenzen werden für das BIM-Management benötigt?

Die BIM-Manager*in vereint sehr viele Kompetenzen. So beherrschen BIM-Manager/BIM-Managerinnen die Klaviatur des Projektmanagements und besitzen diese Stärken:

  • Analyse-Fähigkeit (der Projektmanagement-Leistungen zur Integration des BIM-Managements)
  • Beratung-Fähigkeit (von Kunden zur individuellen BIM-Strategie, sowie Organisation und Moderation von Kundenworkshops)
  • Implementierung der BIM-Methode in Projekten sowie BIM-Management in verschiedenen Branchen
  • Proaktives Managen (von bestehenden Kundenbeziehungen sowie Akquise)

    Diagramm 1: Netzdiagramm zu den Kompetenzen eines BIM-Managers.

  • Weiterentwicklungsfähigkeit (der internen BIM-Standards und Leitfäden, Werkzeuge und Methoden)
  • Aktive Steuerung von Terminen, Kosten und Qualitäten im Zuge des Projektmanagements
  • Koordination und Ausbau des BIM-Qualitätsmanagements durch Schulung und Support

Ein BIM-Manager verdient bis zu 70.000 € im Jahr!

Fast jeder Großkonzern und eine Vielzahl der Mittelständler suchen nach qualifizierten Bewerber*innen im Bereich des BIM-Managements. Für große und öffentliche Ausschreibung ist der Zertifikatsnachweis obligatorisch und bedeutet für Sie als zertifizierter BIM-Experten einen Wettbewerbsvorteil.

Wie werde ich BIM-Manager und welche Voraussetzungen gibt es?

Der Beruf des BIM-Managers ist komplex, vielseitig und erfordert vor allem (praktisches) Wissen, Know-how und Erfahrung im Bereich. Architekten und Bauingenieure mit praktischer Expertise auf der Baustelle und entsprechenden digitalen Kompetenzen sind schwer zu finden.

Es gibt inzwischen private Weiterbildungsmöglichkeiten, um die BIM-Allrounder zu trainieren. Auch in vielen Vorlesungen an öffentlichen Hochschulen wird BIM bereits thematisiert. Ein fundiertes Studium oder die eine Ausbildung gibt es jedoch noch nicht, da einheitliche Ausbildungsstandards noch nicht existieren. Dennoch eine gute Ausbildung kostet Zeit und Geld. Qualifizierte BIM-Fachkräfte sind rar: Einerseits sind die wenigen erfahrenen BIM-Experten fest angestellt und gut bezahlt. Andererseits fehlt es Hochschulabgängern an Know-how und praktischer Erfahrung.

Zertifikatsstudium „BIM Professional“

An der Akademie der Ruhr-Universität können Interessierte ein Zertifikatsstudium ablegen. Die Teilnehmer lernen den gesamten BIM-Prozess praktisch kennen. In dem berufsbegleitenden Zertifikatskurs die angehenden BIM-Manager in interdisziplinären Teams selbständig diverse Planungsschritte für ein Hoch- und Infrastrukturbauten durchführen. Die BIM-Professional Weiterbildung findet 2-mal jährlich statt.

Was ist der Unterschied zwischen BIM Koordinator und BIM Manager?

Diagramm 2: Netzdiagramm zu den unterschiedlichen Kompetenzen eines BIM-Managers und eines BIM-Koordinators.

Ein BIM-Manager prüft bspw. die verschiedenen Gebäudemodelle auf mögliche Konflikte. Für die drei Bereiche Architektur, Gebäudetechnik und Statik gibt es eigene Modelle. Meistens werden sie in der Praxis jeweils von einem eigenen digitalen Leiter gemanagt denn diese drei Modelle sollten kompatibel sein. Es ist nämlich zu prüfen, ob das Architekturmodell mit dem des Statikers harmoniert, oder ob der Wanddurchbruch die Stabilität des Gebäudes gefährdet. Die Leiter dieser einzelnen Gewerke werden häufig als BIM-Koordinatoren bezeichnet.

Sehr oft werden die Bezeichnungen BIM-Manager und BIM-Koordinator auch synonym verwendet. Oder die Berufsbilder gehen ineinander über. Das Thema BIM ist teilweise noch so frisch, dass diesbezüglich eine große Ungewissheit und teilweise Unsicherheit herrscht. Lange Zeit war der Ingenieur im Projektgeschäft tätig. Nun ist er in den administrativen Bereich gewechselt. Dem zweiten potenziellen Betätigungsfeld eines BIM-Managers.

Welche Ausbildung braucht ein BIM Manager?

Grundlagen eines BIM Managers ist eine fundierte abgeschlossene Ausbildung oder ein abgeschlossenes Studium idealerweise im Bauingenieurwesen oder der Architektur. Auch ein Quereinstieg mit entsprechender Erfahrung und Weiterbildung ist möglich. Zusätzlich sollten einige Jahre Berufserfahrung vorgewiesen werden können.