Gute Verwaltung der Migrations- und Integrationspolitik

mit praxisbezogenen Fallstudien …

In den Jahren 2015 und 2016 erlebte Deutschland eine starke Zuwanderung von geflüchteten Menschen. Während dieser Zeit zeigten die Verwaltungen Flexibilität und große Improvisationskunst. Trotzdem gab es zahlreiche Probleme im Bereich der Migrations- und Integrationspolitik. Seitdem wird verstärkt darüber diskutiert, ob die Zuständigkeiten im Sinne gesetzlicher Neuregelungen verändert und die Aufgaben in der bundesstaatlichen Asyl- und Integrationsverwaltung anders verteilt werden sollen. Etablierte Verfahren und Organisationsstrukturen der Verwaltung stehen auf dem Prüfstand.

Es stellt sich die Frage: Welche Ebene im föderalen Staat kann welche Aufgabe im Bereich der Asyl- und Integrationsverwaltung am effektivsten lösen?

Dabei geht es um Aspekte wie die Erstaufnahme, Asylantragsbearbeitung und Integration von Flüchtlingen.

Im Zertifikatskurs sollen die einzelnen Ebenen im Bundesstaat fokussiert auf wesentliche Aufgabenwahrnehmungen im Bereich Asyl und Integration und ergänzend Querschnittsthemen Datenmanagement und Verwaltungsgerichtsbarkeit untersucht und Optimierungsvorschläge für eine bessere Aufgabenverteilung Aufgabenwahrnehmung im Bereich Migration und Integration im Bundesstaat diskutiert werden.

Besondere Aufmerksamkeit wird der Koordination von Integrationsmaßnahmen auf kommunaler Ebene gewidmet und den Versuchen ein abgestimmtes Einwanderungsmanagement aufzubauen bzw. weiterzuentwickeln.

Sie als Teilnehmer/-innen an diesem Weiterbildungsprogramm…

  • setzen Sie sich konstruktiv innerhalb von 2 Tagen mit dem Thema Migration und Flüchtlingspolitik auseinander und lernen, diesen Themenkomplex strukturiert und fokussiert auf wesentliche Aufgabenwahrnehmungen anzugehen.
  • befassen Sie sich mit ergänzenden Querschnittsthemen wie Datenmanagement und Verwaltungsgerichtsbarkeiten.
  • erarbeiten Sie Optimierungsvorschläge für eine bessere Aufgabenverteilung und -wahrnehmung im Bereich Migration und Integration.

Prof. Dr. Jörg Bogumil, Inhaber des Lehrstuhls für öffentliche Verwaltung, Stadt- und Regionalpolitik an der Fakultät für Sozialwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum.

Der Dozent hat sich in den letzten drei Jahren intensiv mit der Migrations- und Integrationsverwaltung in Deutschland beschäftigt. Zentrale Ergebnisse finden sich in dem vom Deutschen Institut für Wirtschaft mit dem Bürokratiepreis 2019 ausgezeichnetem Buch: Bessere Verwaltung in der Migrations- und Integrationspolitik.

Am Lehrstuhl für “Öffentliche Verwaltung, Stadt- und Regionalpolitik” steht die Analyse des Wandels kommunaler und regionaler Politik- und Verwaltungsstrukturen und -prozesse im Fokus des Interesses. Der Wandel resultiert aus der Globalisierung der Wirtschaft, der Internationalisierung bzw. Europäisierung der Politik, der Überlastung wohlfahrtsstaatlicher Verteilungspolitik, den Grenzen hoheitlich-hierarchischer Steuerung sowie endogenen Entwicklungen wie z.B. dem demografischen Wandel. Das Forschungs- und Lehrprofil zeichnet sich durch eine enge Verknüpfung von Theorie und Praxis, durch eine starke empirische Ausrichtung sowie durch die interdisziplinäre Anbindung an andere Felder der Sozialwissenschaften aus. Zum besonderen Themenspektrum gehören:

  • Im Bereich lokaler Politikforschung geht es um die Analyse aktueller Modernisierungsimpulse (New Public Mangement, Einführung direktdemokratischer Elemente, Ausbau kooperativer Demokratieformen, Privatisierungs- und Liberalisierungsbemühungen) und ihrer Auswirkungen auf die politische Steuerungsfähigkeit und die demokratische Legitimation kommunalen Handelns und die Veränderungen (Machtverschiebungen) für das kommunale Entscheidungssystem im Bundesländervergleich und im internationalen Vergleich.
  • Ein zweiter Schwerpunkt im Bereich der lokalen und regionalen Politikforschung ist die Beschäftigung mit den Auswirkungen des industriellen und demografischen Wandels in Ballungsräumen, insbesondere dem Ruhrgebiet. Hier geht es um die politikwissenschaftliche Analyse der politischen Herausforderungen und Konsequenzen dieser Umbruchsituationen. Wie wirkt sich der globale Wandel auf die kommunale und regionale Ebene aus und welche Möglichkeiten politischer Steuerung bestehen (z.B. im Bereich Migration, Stadtentwicklungspolitik, Armutsbekämpfung, Bürgerbeteiligung)?
  • Die empirische Untersuchung von Modernisierungsprozessen in Kommunal-, Regional- und Landesverwaltungen wird mit organisationstheoretischen Fragestellungen verkoppelt (insbesondere durch den Einbezug der verhaltenswissenschaftlichen Entscheidungstheorie und durch mikropolitische Ansätze) und fokussiert sich um Fragen der Reformfähigkeit, der Reformgestaltung und der Reformwirkungen.
  • Der internationale Vergleich subnationaler Politik- und Verwaltungsstrukturen insbesondere zwischen Deutschland, Frankreich und Großbritannien beschäftigt sich mit den aktuellen Veränderungsprozessen (z.B. Dezentralisierung in Frankreich, Agencification in GB) und ihren Auswirkungen in unterschiedlichen Politik- und Verwaltungssystemen. Kommt es zwischen den verschiedenen Staaten angesichts weitgehend konvergenter Modernisierungsimpulse auch zu konvergenten Entwicklungen oder dominieren eher die divergenten Entwicklungspfade?

Die Teilnehmer*innen an diesem Weiterbildungsprogramm…

  • befassen sich intensiv mit der Migrations- und Flüchtlingsthematik.
  • werden motiviert, gemeinsam Lösungen im Bereich Migration und Integration zu erarbeiten, die für ihre aktuelle Aufgabenstellung in der Behörde wichtig sind.
  • werden für übergreifende Zusammenhänge im Bereich Migration und Integration sensibilisiert.

Beratung & Kontakt

Andrea de Graaff
Andrea de Graaff