Benzolringe und Molekülketten: Chemie sprachsensibel unterrichten

Sprachliche Kompetenzen spielen im Chemieunterricht in zweifacher Hinsicht eine wesentliche Rolle.  Die Wissensvermittlung findet hauptsächlich über Sprache statt. Die hierfür notwendigen sprachlichen Kompetenzen aber stellen für viele Schülerinnen und Schüler – und ganz besonders für neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler – eine große Herausforderung dar. Darüber hinaus gibt es fachsprachliche Fähigkeiten, die die Schülerinnen und Schüler überhaupt im Rahmen des Chemieunterrichts erwerben können und müssen. Fachliches und sprachliches Lernen lassen sich daher nicht voneinander trennen, im Gegenteil: Für erfolgreiches und verständnisorientiertes Chemielernen hat sich eine bewusste und explizite Förderung unterrichtssprachlicher Kompetenzen als besonders lernwirksam erwiesen. Die bewusste Auseinandersetzung mit Sprache ist dabei nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Chance, da durch sprachsensibles Arbeiten gezielt fachliche und experimentelle Kompetenzen gefördert werden können.

Wie kann eine sprachsensible Unterrichtsgestaltung im Chemieunterricht realisiert werden?

Aufzuzeigen, wie eine solche Verzahnung von fachlichem und sprachlichen Lernen trotz der knapp bemessenen Zeit des Chemieunterrichts gelingen kann, ist ein zentrales Anliegen der Fortbildung. Hierfür wird zunächst ein Überblick über spezifische sprachliche Anforderungsbereiche des Chemieunterrichts gegeben und anhand von Beispielen aus der Unterrichtspraxis illustriert, wie man diese sprachlichen Fertigkeiten im naturwissenschaftlichen Unterricht systematisch aufbauen und dabei gleichzeitig das fachliche Verstehen fördern kann. Anschließend werden grundsätzliche Strategien und Maßnahmen sowie ausgewählte Übungsformen präsentiert, die sich zur Gestaltung eines sprachbildenden Chemieunterrichts eignen und bewährt haben. In Übungsphasen erhalten Sie die Gelegenheit, die verschiedenen genannten Aspekte an ausgewählten Unterrichtsgegenständen zu erproben, zu vertiefen und zu reflektieren.

Ziel des Bausteines „Sprachsensibler” ist es, durch eine theoriegeleitete Praxis die Gestaltung von sprachsensiblem Chemieunterricht zu erproben und resultierend die eigene Wissens- und Handlungskompetenz zu erweitern.

Der Baustein besteht aus zwei Präsenzterminen, die jeweils vier Zeitstunden umfassen (exkl. Pausen), und einer Selbstarbeitsphase zwischen den beiden Präsenzterminen, in der Sie sich mit verschiedenen Übungsformen zum sprachsensiblen Chemieunterricht auseinandersetzen und angeleitet eine Unterrichtssequenz unter besonderer Berücksichtigung der Verzahnung von fachlichem und sprachlichem Lernen planen, durchführen und reflektieren.

Weitere Lehrerfortbildungen finden Sie hier.

Sprachsensibler Chemieunterricht

Hier lernen Sie Folgendes kennen:

  • verschiedene sprachliche Anforderungsbereiche des Chemieunterrichts (insb. in Bezug auf Wortschatz, Sprachmustern, der Textsorte Versuchsprotokoll sowie verschiedenen Darstellungsebenen)
  • Konzepte und Übungsformen, um die verschiedenen sprachlichen Anforderungsbereiche des Chemieunterrichts systematisch zu entwickeln und dabei gleichzeitig fachliche und experimentelle Kompetenzen zu fördern
  • eine kleinschrittige Anleitung zur Gestaltung sprachsensibler Unterrichtsreihen im Chemieunterricht
  • und bringen Sie gerne Ihre Erfahrungen, Erwartungen und Wünsche an den Baustein mit ein.

Sprachsensibler Chemieunterricht eignet sich für:

Chemielehrkräfte aller Schulformen sowie angehende Lehrkräfte, die sich hinsichtlich des Umgangs mit einem sprachsensiblen Chemieunterricht weiterbilden wollen und / oder mit neu zugewanderten Schülerinnen und Schülern arbeiten.

Ihr Nutzen des Seminars “ Sprachsensibler Chemieunterricht ”

Sie können anschließend:

  • sprachliche Anforderungen Ihres Chemieunterrichts identifizieren.
  • verschiedene sprachliche Anforderungsbereiche des Chemieunterrichts systematisch und ausgehend von der Lernausgangslage Ihrer Schüler*innen fördern.
  • sprachsensibles Arbeiten zur Förderung fachlicher und experimenteller Kompetenzen einzusetzen.
  • Unterrichtsreihen so gestalten, dass sie fachliches und sprachliches Lernen produktiv verzahnen.

Dr. Melanie Beese

ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut DaZ/DaF der Universität Duisburg-Essen (u.a. im Projekt ProDaZ – Deutsch als Zweitsprache in allen Fächern).

Ihr Arbeitsschwerpunkt in Lehre und Forschung ist das fachliche und sprachliche Lernen in den naturwissenschaftlich-technischen Unterrichtsfächern.

Henning Krake

ist Abgeordnete Lehrkraft in der Didaktik der Chemie an der Universität Duisburg-Essen.

Seine Arbeitsschwerpunkte in Lehre und Forschung sind:

            • Sprache im Chemieunterricht
            • Lehrkräftebildung (insbesondere dritte Phase)
            • Qualitätsmerkmale des experimentgestützten Chemieunterricht

Weitere Informationen über Henning Krake finden Sie hier.

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lehrerfortbildung@akademie.rub.de

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