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Was wirklich zählt – Sprachsensible Unterrichtsgestaltung im Mathematikunterricht

Ausgangslage im Mehrsprachigen Klassenzimmer

Mehrsprachige und einsprachige Kinder und Jugendliche mit geringer Sprachkompetenz haben nicht nur in Testsituationen, sondern auch in mathematischen Lernsituationen Schwierigkeiten.

Im Sinne des offensiven Umgangs mit sprachlichen Defiziten geht es um die gezielte Erweiterung des Sprachschatzes der Lernenden. Diese Erweiterung bezieht sich auf die drei Phasen des Unterrichts: Erarbeiten, Systematisieren und Üben. Insbesondere das Üben bietet mit speziellen Übungsformen das Potenzial, Sprache auf allen Niveaus zu fördern. Zusätzlich ist eine sprachförderliche und -sensible Gesprächsführung von Bedeutung, die durch Impulse seitens der Lehrkraft im Rahmen des Mikro-Scaffoldings Sprachhandlungen der Lernenden einfordert.

Textaufgaben sind unverzichtbarer Bestandteil sinnstiftenden Unterrichts. Diese stellen viele Lernende vor Probleme, insbesondere Neuzugewanderte mit nur geringen Vokabel- und Grammatikkenntnissen. Diese Hürden zu identifizieren und umgehen zu können ist wichtig, um Lernenden einen ersten Zugang zu Textaufgaben zu ermöglichen. Allerdings muss auch die Lesefähigkeit der Lernenden gefördert werden. Da allgemeine Lesestrategien im Mathematikunterricht nur bedingt funktionieren, müssen fachspezifische Strategien entwickelt werden.

Ablauf der Fortbildung

Nach Einführung in einige Hintergründe zur Rolle der Sprache beim Mathematiklernen werden verschiedene Ansätze zur Sprachbildung erlebbar gemacht und diskutiert.

Die Distanzphase wird genutzt, um weitere eigene Erfahrungen im sprachsensiblen Unterricht zu sammeln und dann gemeinsam ausgewertet. Diese Veranstaltung entspringt dem von der Stiftung Mercator geförderten UA Ruhr Projekt „Fit im Fach durch sprach- und kultursensiblen Unterricht“ und gehört dort in den Bereich der Zusatzkurse.

Lehrerfortbildung Mathematik

Die Lehrkräfte…

  • erweitern ihr Repertoire an Kompetenzen und Wissen über die sprachlichen (insbesondere über den frühen ungesteuerten Spracherwerb) und mathematischen Voraussetzungen von Neuzugewanderten,
  • können Mathematikunterricht sprachsensibel gestalten, indem sie …
    • den Unterricht an den Phasen des Sprachschatzerwerbs ausrichten
    • Unterrichtsgespräche als fachliche und sprachliche Lerngelegenheiten gestalten
  • können Hürden in Textaufgaben erkennen und diese umgehen (defensiver Ansatz) bzw. Lernende mit Lesestrategien unterstützen (offensiver Ansatz)

Die Lehrerfortbildung Mathematik richtet sich an

  • Mathematik-Lehrpersonen der Sekundarstufen 1&2, insbesondere des Berufskollegs, welche auch mit Neuzugewanderten arbeiten.

Beratung & Kontakt

Yannik Saalfeld

Tel.: (0231) 755-2939

yannik.saalfeld@math.tu-dortmund.de

Kooperationspartner

Ruhr-Universität Bochum