Digitalisierung der Verwaltung

mit Anwendung von praxisbezogenen Fallstudien …

Die Digitalisierung von Verwaltungsvorgängen, oft auch als E-Government bezeichnet, ist schon seit Jahrzehnten ein beliebtes Modernisierungsthema. Dabei geht es nicht nur um die schon seit den 1990er Jahren weit fortgeschrittene Überführung analoger Daten in digitale Speicherformate, sondern um die Einführung neuer Organisationsmodelle, die eine möglichst vollständige elektronische Abbildung der Kommunikationswege zwischen Kunden/Bürgern und Anbietern/Behörden (vgl. Heuermann 2018: 1). Im Seminar soll untersucht werden, inwieweit sich der Informationsaustausch, die Kommunikation und Interaktion zwischen Verwaltung und Bürgern durch die Nutzung von IT verändert hat, welche Hemmnisse dabei auftreten und welche Wirkungen erkennbar sind.

Im Seminar sollen die Möglichkeiten und Grenzen von E-Government diskutiert, die Registermodernisierung als wichtige Grundlage betrachtet und der Umsetzungsstand von Digitalilisierungsprojekten auf Bundes-, Landes und kommunaler Ebene untersucht werden. Hier anschließend sollen Erkenntnisse zur besseren Ausgestaltung von Digitalisierungsprojekten in öffentlichen Verwaltungen erarbeitet werden. Dabei sind die z.T. unterschiedlichen Interessen von Beschäftigten, Bürgern und Verwaltungsleitungen zu berücksichtigen.

Sie als Teilnehmer/-innen an diesem Weiterbildungsprogramm …

  • erlernen, die die Notwendigkeit von Digitalisierung in der Verwaltung zu erkennen und nachzuvollziehen.
  • erleben Praxisbeispiele, bei denen Digitalisierung gut funktioniert hat bzw. welche Stolpersteine zu beachten sind.
  • erlernen Methoden, Digitalisierung praktisch umzusetzen und im Verwaltungsalltag zu leben.

Prof. Dr. Jörg Bogumil, Inhaber des Lehrstuhls für öffentliche Verwaltung, Stadt- und Regionalpolitik an der Fakultät für Sozialwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum.

Am Lehrstuhl für “Öffentliche Verwaltung, Stadt- und Regionalpolitik” steht die Analyse des Wandels kommunaler und regionaler Politik- und Verwaltungsstrukturen und -prozesse im Fokus des Interesses. Der Wandel resultiert aus der Globalisierung der Wirtschaft, der Internationalisierung bzw. Europäisierung der Politik, der Überlastung wohlfahrtsstaatlicher Verteilungspolitik, den Grenzen hoheitlich-hierarchischer Steuerung sowie endogenen Entwicklungen wie z.B. dem demografischen Wandel. Das Forschungs- und Lehrprofil zeichnet sich durch eine enge Verknüpfung von Theorie und Praxis, durch eine starke empirische Ausrichtung sowie durch die interdisziplinäre Anbindung an andere Felder der Sozialwissenschaften aus. Zum besonderen Themenspektrum gehören:

  • Im Bereich lokaler Politikforschung geht es um die Analyse aktueller Modernisierungsimpulse (New Public Mangement, Einführung direktdemokratischer Elemente, Ausbau kooperativer Demokratieformen, Privatisierungs- und Liberalisierungsbemühungen) und ihrer Auswirkungen auf die politische Steuerungsfähigkeit und die demokratische Legitimation kommunalen Handelns und die Veränderungen (Machtverschiebungen) für das kommunale Entscheidungssystem im Bundesländervergleich und im internationalen Vergleich.
  • Ein zweiter Schwerpunkt im Bereich der lokalen und regionalen Politikforschung ist die Beschäftigung mit den Auswirkungen des industriellen und demografischen Wandels in Ballungsräumen, insbesondere dem Ruhrgebiet. Hier geht es um die politikwissenschaftliche Analyse der politischen Herausforderungen und Konsequenzen dieser Umbruchsituationen. Wie wirkt sich der globale Wandel auf die kommunale und regionale Ebene aus und welche Möglichkeiten politischer Steuerung bestehen (z.B. im Bereich Migration, Stadtentwicklungspolitik, Armutsbekämpfung, Bürgerbeteiligung)?
  • Die empirische Untersuchung von Modernisierungsprozessen in Kommunal-, Regional- und Landesverwaltungen wird mit organisationstheoretischen Fragestellungen verkoppelt (insbesondere durch den Einbezug der verhaltenswissenschaftlichen Entscheidungstheorie und durch mikropolitische Ansätze) und fokussiert sich um Fragen der Reformfähigkeit, der Reformgestaltung und der Reformwirkungen.
  • Der internationale Vergleich subnationaler Politik- und Verwaltungsstrukturen insbesondere zwischen Deutschland, Frankreich und Großbritannien beschäftigt sich mit den aktuellen Veränderungsprozessen (z.B. Dezentralisierung in Frankreich, Agencification in GB) und ihren Auswirkungen in unterschiedlichen Politik- und Verwaltungssystemen. Kommt es zwischen den verschiedenen Staaten angesichts weitgehend konvergenter Modernisierungsimpulse auch zu konvergenten Entwicklungen oder dominieren eher die divergenten Entwicklungspfade?

Die Teilnehmer*innen an diesem Weiterbildungsprogramm …

  • werden motiviert die Digitalisierung in der Verwaltung als sinnvoll anzusehen und für die Zukunft aktiv mitzugestalten.
  • entwickeln ein Verständnis die Notwendigkeit für die Digitalisierung und den damit verbundenen Wandel.
  • werden sensibilisiert für Innovationen. Dies steigert die interne Kommunikation und Reflektion bestehender Prozess und deren Wertschöpfung für das Unternehmen und unterstützen somit.

Beratung & Kontakt

Andrea de Graaff
Andrea de Graaff