Mit Sicherheit lernen: Traumasensibler Unterricht

In den Klassen unterschiedlichster Schulen finden sich zunehmend Lernende, die in ihrem bisherigen Leben traumatische Erfahrungen machen mussten. Lehrkräfte nehmen oftmals eine Reihe von Lern- und Verhaltensschwierigkeiten an den jungen Menschen in ihren Klassen wahr, die – möglicherweise – auf erlebte Traumata zurückzuführen sind. Chronische Müdigkeit, Unaufmerksamkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und innere Abwesenheit sowie eine geringe Frustrationstoleranz im Kontakt mit anderen können tatsächlich (indirekte) Erzählungen über erlebte Traumata sein. Daraus ergeben sich eine Reihe von Fragestellungen:

Müssen Sie, falls Sie z. B. Lernende mit Fluchterfahrung in der Klasse haben, bestimmte Themen im Unterricht vermeiden? Sollen Sie diesen Lernenden „besonders“ begegnen? Wie können Sie reagieren, wenn jemand in der Klasse von traumatischen Erlebnissen erzählen will? Wie können Sie einzelne in der Klasse in schwierigen Situationen unterstützen, ohne die anderen in der Gruppe zu vernachlässigen? Mit welchen Aktivitäten/Übungen für alle können Sie zur Stärkung der Resilienz von Lernenden beitragen und für Ihre eigene Entlastung sorgen?

In der Weiterbildung werden Sie Grundkenntnisse über die Thematik „Trauma“ erfahren; dabei wird einen Fokus auf Traumata durch Flucht und Verfolgung gelegt werden.

Sie werden mögliche Auswirkungen auf Lernen und Verhalten kennenlernen und in einem nächsten Schritt, wie Sie schwierigen Situationen im Unterricht begegnen können:

Durch eine traumasensible Haltung, durch größere Handlungssicherheit in kritischen Situationen und durch eine Reihe von Übungen und Aktivitäten, die auf alle Lernenden – speziell jedoch für jene mit Traumaerfahrung – stärkend und stabilsierend wirken. Der Schwerpunkt liegt auf Ressourcenorientierung für Lernende und Entlastung von Lehrpersonen.

Die Lehrveranstaltung teilt sich in 3 Teile:

  • 4 Einheiten Präsenzlehre mit Fachvortrag, Erfahrungsaustausch und Übungen
  • 22 Einheiten Selbstlernphase. Sie passen angebotene Aktivitäten an die Zielgruppe Ihrer Schülerinnen und Schüler an, probieren auch eigene Übungen aus und dokumentieren ihre Erfahrungen.
  • 4 Einheiten Präsenz mit Reflexion der Erfahrungen, theoretischer Vertiefung und einem erweiterten Angebot von Aktivitäten und Übungen

Weitere Lehrerfortbildungen finden Sie hier.

Traumasensibler Unterricht

Lernen Sie

  • was ein Trauma von anderen belastenden Situationen unterscheidet, welche Folgen ein Trauma haben kann (nicht muss!) und woran Sie mögliche Folgestörungen im täglichen Schulalltag erkennen können
  • Methoden und Handlungsvorschläge für kritische Situationen in der Klasse kennen
  • Ressourcenorientierung und Resilienzstärkung in den Unterricht einzubauen
  • sich mit den Grenzen von Pädagogik und Therapie zu beschäftigen, um sich nicht selbst zu überfordern

Das Seminar “Traumasensibler Unterricht” eignet sich für

Lehrkräfte aller Fächer und Schulformen, sowie angehende Lehrkräfte, die sich hinsichtlich des Umgangs mit einer heterogenen Schülerschaft weiterbilden wollen und/oder mit Lernenden arbeiten, die unter den Folgen traumatischer Erlebnisse leiden.

Ihr Nutzen des Seminars “Traumasensibler Unterricht”

  • Sie können auffälliges soziales Verhalten und Lernstörungen von Lernenden mit Traumaerfahrung besser einordnen
  • Sie entwickeln Handlungssicherheit für kritische Situationen in der Klasse
  • Sie verfügen über einen Werkzeugkoffer an Übungen und Aktivitäten, den Sie bei Bedarf  in  der jeweiligen Gruppe einsetzen können
  • Sie erfahren, wo und wie Sie Hilfsangebote und externe Unterstützungsstrukturen zum Thema Trauma finden können

Beratung & Kontakt

Weitere Informationen erhalten Sie unter

lehrerfortbildung@akademie.rub.de

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