Pictures from the second world war at the Topography of Terror (German: Topographie des Terrors) outdoor exhibition at the Berlin Wall
Student group visiting Dachau concentration camp memorial site
DICTIONARY PAGE SHOWING DEFINITION OF THE WORD HOLOCAUST
People at the Topography of Terror (German: Topographie des Terrors) outdoor history museum in Berlin
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Konflikte, Krisen, politische Gewalt – eine Welt im Krieg?
Perspektiven der Konflikt- und Gewaltforschung für den schulischen Unterricht

Krieg und kollektive, politische Gewalt sind in einer Gesellschaft, in der über ein Viertel der Bevölkerung einen Migrationshintergrund hat, zunächst vielleicht weniger ein Thema für den Geschichtsunterricht, sondern ein Gegenstand der unmittelbaren Lebensrealität vieler SchülerInnen und LehrerInnen. Eritrea, Jemen, Afghanistan, Irak, Syrien oder die Türkei sind nur die prominentesten Namen, die wir als Regionen mit extremer Gewalterfahrung kennen. Doch stehen diese Namen neben anderen, weniger bekannten Schauplätzen: Sudan, Burkina Faso, Nigeria, Indien, Myanmar…. Gehört Krieg ganz grundsätzlich zu der Erfahrungswelt des 21. Jahrhundert? Unter welchen Bedingungen führen politische Konflikte zu Krieg? Welche Bedeutung hat die Globalisierung, welche Bedeutung haben Klimaveränderungen für aktuelle gewaltvolle Auseinandersetzungen?

Vor allem die erstgenannte Herausforderung bleibt in schulischen Situationen zumeist unthematisiert: Krieg und Gewalt sind konkret somit Teil der Erfahrungswelt vieler SchülerInnen, dies zum Teil als selbst erfahrenes Geschehen, zum Teil als Erfahrung der Familie, Freunde und vermittelnder Medien. Die Fragen der Kinder und Heranwachsenden aller Jahrgangstufen und Schulformen finden dabei nur selten eine Thematisierung, obwohl sie gerade auch im unmittelbaren schulischen Umfeld aufbrechen. Explizit oder implizit gerichtet an ErzieherInnen, LehrerInnen, SozialarbeiterInnen, Eltern und Geschwister betreffen sie schwierige, zumeist nur in Schlagworten formulierbare Sachverhalte: Trauma, Terror, Flucht, Vertreibung, Migration.

Mit Perspektiven aus der Konflikt- und Gewaltforschung werden im Workshop Ebenen erarbeitet, die auch ohne vertiefte historische oder politische Sachkenntnisse Orientierung stiften können, indem sie einzelne Konflikt- und Gewaltphänomene in die Zusammenhänge internationaler Politik einordnen. Die erste Aufgabe besteht darin, Begriffe und Phänomene in den Blick zu nehmen, um einen sicheren Rahmen des Austauschs zu schaffen. Auf diese Weise wird es möglich, die zweite Aufgabe in der Schule zu bewältigen: Erfahrungen zur Sprache bringen zu können.

Das Seminar möchte Lehrenden grundlegende Paradigmen des Forschens über Krieg und kollektive, politische Gewalt nahe bringen. Dabei soll auch etabliertes Wissen über die Ursachen und Strukturen von Konflikten kritisch hinterfragt und populäre Erklärungsmuster kriegerischer Gewalt neu bewertet werden. Die SeminarteilnehmerInnen erhalten Bausteine für einen fundierten und insofern sicheren Umgang mit Begriffen und Phänomenen gewaltvoller Konflikte und kriegerischer Gewalt.

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